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Gut gerüstetes Datenmanagement

Tägliche Daten, die Auswertung des Mobilitätsverhaltens der Zürcherinnen und Zürcher und ein Ausbildungskonzept für Astronauten und Ritter: Das aktuelle Berufsbild von Peggy Neubert, Leiterin Daten- und Mobilitätsanalyse, bietet ein schillerndes Spektrum an Herausforderungen.

Neuerdings ist Peggy Neubert, Leiterin Daten- und Mobilitätsanalyse, nicht nur für das Datenmanagement verantwortlich, sondern auch für die Ausbildung von Rittern und Astronauten. Das ist nicht etwa auf eine Datenflaute zurückzuführen. Ganz im Gegenteil, die Datenanalyse ist derzeit gefragter denn je, schliesslich hatten die VBZ die grösste und kurzfristigste Fahrplanänderung aller Zeiten im Rahmen der aussergewöhnlichen Corona-Situation.

Um diese Massnahmen bewerten, anpassen und steuern zu können, braucht es Daten. Das sorgt bei Peggy Neubert und ihrem Team für Hochkonjunktur. Statt quartalsweise werden die Daten nun täglich erhoben. Zum Glück lässt sich das Datenmanagement ortsunabhängig – also auch aus dem Home Office – steuern. Wie aber bleibt trotz Zeitmangel genug Musse, um sich auf kreative Art und Weise dem Nachwuchs zu widmen? Mit gutem Zeitmanagement und viel Fantasie! Aus den betreuungsfreien Wochen wird so ein Ausbildungscamp für Astronauten und Ritter.

Gut organisiert ist die halbe Miete

Was sich wunderbar liest, begann zunächst einmal mit Stress pur. «Es war eine abrupte Umstellung. Plötzlich waren mein Mann und ich im Home Office. Kindergarten und Hort fielen weg, und wir waren nun gleichzeitig Vollzeit als Berufstätige und Eltern gefragt», beschreibt Neubert die anfängliche Situation. Die Zusammenarbeit mit dem Team des VBZ-Datenmanagements, das Peggy Neubert leitet, verlief hingegen reibungslos. «Jeder weiss was zu tun ist und wir kennen unsere Stärken im Team, so können die Zahnräder auch ausserhalb des Büros ineinandergreifen.» Einige Mitarbeitende seien ohnehin regelmässig im Home Office, daher sei die Umstellung nicht ganz so gross. Die Organisation wurde kurzerhand von einem analogen auf ein digitales Kanban-Board verlegt, das allen Teammitgliedern erlaubte, sich mit- und untereinander zu organisieren, egal von wo.

Damit nun auch der heimische Alltag zwischen Kanban-Board und Betreuung funktionieren konnte, haben sich die Neuberts feste Timeslots etabliert. «Entweder wir arbeiten, oder wir beschäftigen uns mit den Kids. Immer in abwechselnden ‹Schichten›. An einzelnen Tagen geht die Kleine in die Krippe, sodass nur der Grosse zuhause ist», fasst Peggy Neubert den Alltag zusammen. Natürlich geniesst sie die Zeit, die sie intensiv mit ihren Kindern verbringen kann. Das Berufliche nehme in der Pandemiezeit aber einen ziemlich hohen Stellenwert ein, da viele Anfragen eingingen. «Der Fokus des Datenmanagements hat sich total verändert. Vorher waren wir eher auf Prozesse und Auswertungen fokussiert. Heute sind wir mit einem tagesaktuellen Dashboard stark im operativen Geschäft tätig, mit einer permanenten Analyse», erklärt die Datenmanagerin.

So sieht eine komplette Auswertung der Besucherströme an der Hardbrücke aus. (Bild: VBZ)
Hier sehen wir, wie die täglichen Fahrgastzahlen vor allem zu den Stosszeiten ab Woche 12 massiv zurückgingen. (Bild: VBZ)
Die Besucherfrequenz seit Ende Februar als Kurve. (Bild: VBZ)
Skizze des Smart-City-Korridors beim Bahnhof Hardbrücke. (Bild: VBZ)
So sieht eine komplette Auswertung der Besucherströme an der Hardbrücke aus. (Bild: VBZ)
Hier sehen wir, wie die täglichen Fahrgastzahlen vor allem zu den Stosszeiten ab Woche 12 massiv zurückgingen. (Bild: VBZ)
Die Besucherfrequenz seit Ende Februar als Kurve. (Bild: VBZ)
Skizze des Smart-City-Korridors beim Bahnhof Hardbrücke. (Bild: VBZ)

3D-Infrarot-Sensoren messen den Personenfluss

In der aktuellen Situation sind Daten selbsterklärend interessanter denn je, geben sie doch Auskunft darüber, in welchem Ausmass sich das Mobilitätsverhalten wegen der Verordnungen des Bundesrates verändert. Ein wichtiger Messpunkt, der nun kontinuierlich betrachtet wird, ist die Haltestelle Hardbrücke. Diese Haltestelle ist ein zentraler Knotenpunkt in der Stadt Zürich, den die meisten unter der Woche eher als Umstiegspunkt von den VBZ-Linien zu den S-Bahnen oder umgekehrt kennen. «Seit Herbst 2019 können wir mit Hilfe von 3D-Infrarot-Sensoren, welche in dem VBZ-Haltestellendach eingebaut sind, den Personenfluss an dieser Haltestelle messen», gerät Neubert ins Schwärmen. Unter Berücksichtigung der Entwicklung an anderen Stadtbahnhöfen sind diese Daten ein Indikator, wie sich die Massnahmen auf das Fahrgastaufkommen im gesamten VBZ-Netz auswirken können.

Für die Analyse einzelner Linien, wie gerade bei den wichtigen Verbindungen zu den Spitälern, werden die Daten wiederum mit anderen Erfassungsmethoden kombiniert. So ergibt sich eine breit gestützte Datengrundlage, die es zur Angebotsplanung braucht, insbesondere wenn der Fahrplan so gravierend umgestellt wird – oder normalisiert werden soll. Dies sei lediglich ein Beispiel der Datenanalyse bei den VBZ, gibt Neubert zu bedenken. Neben dem Fahrplan gibt es schliesslich noch die Fahrgastinformation, das Störungsmanagement, das Fahrzeugmanagement… Gut nachvollziehbar also, warum Peggy Neubert und ihr Team aktuell stark eingebunden sind.

Fast wie im Europapark: Themenwochen bei den Neuberts

Wenn es nicht um Daten geht, dann geht es eben vornehmlich um Beschäftigung mit ihren Kindern. Damit sich insbesondere ihr Sohn auch kreativ selbst beschäftigen kann, haben die Neuberts fortlaufende Themenwochen entwickelt, die spielerische Ausbildungspläne beinhalten. Letzte Woche lautete das Motto «Weltall mit dem Ausbildungsziel Astronaut» – samt Abzeichen, das der Junior nun stolz zur Schau trägt. Dies galt es sich aber zu verdienen. Durch das Erstellen von Weltraumplakaten, dem Lösen von Rätseln und vielem mehr.

Wer dieses Ausbildungsprogramm durchläuft, wird zum Ritter ohne Furcht und Tadel. (Bild: Familie Neubert)
Die Neubert'schen Ritter benötigen natürlich eine entsprechende Ausrüstung. (Bild: Familie Neubert)
Auch die Astronauten-Ausbildung richtet sich an einen ausgewählten Teilnehmerkreis. Bewerbungen können leider nicht entgegengenommen werden. (Bild: Familie Neubert)
Auch in Corona-Zeiten jeden Tag einen Ausflug ins Grüne. (Bild: Familie Neubert)
Der Balkon der Familie ist auch eine Gärtnerei. (Bild: Familie Neubert)
Zusätzliche Gartenfläche gibt es im Quartier. (Bild: Familie Neubert)
Wer dieses Ausbildungsprogramm durchläuft, wird zum Ritter ohne Furcht und Tadel. (Bild: Familie Neubert)
Die Neubert'schen Ritter benötigen natürlich eine entsprechende Ausrüstung. (Bild: Familie Neubert)
Auch die Astronauten-Ausbildung richtet sich an einen ausgewählten Teilnehmerkreis. Bewerbungen können leider nicht entgegengenommen werden. (Bild: Familie Neubert)
Auch in Corona-Zeiten jeden Tag einen Ausflug ins Grüne. (Bild: Familie Neubert)
Der Balkon der Familie ist auch eine Gärtnerei. (Bild: Familie Neubert)
Zusätzliche Gartenfläche gibt es im Quartier. (Bild: Familie Neubert)

Diese Woche steht nun das Rittertum auf dem Programm. Schild und Schwert sind schon fertig gebastelt. Klingt spassig – und zeitintensiv. Peggy Neubert atmet, wie zur Bestätigung, tief durch. Durch die gute und konsequente Arbeitsteilung mit ihrem Mann bleibe dennoch etwas Zeit für die eigenen Leidenschaften, beruhigt sie. Kurz strahlt Peggy Neubert mit der Sonne um die Wette und schaut auf ihren Garten, der wächst und gedeiht. Dies ist ihr Hobby und soll Grundlage der familiären Ernährung werden. Gurken, Tomaten, Zucchetti und vieles mehr landen dann auf dem heimischen Teller. Bei der guten Organisation der Neuberts bleibt dann sicher auch Zeit für ein gemeinsames Familienessen. Fragt sich nur, ob mit oder ohne Ritterrüstung am Tisch.

Noch mehr Geschichten darüber, wie es den Zürcherinnen und Zürchern in diesen Zeiten geht, gibt’s unter #sogahtsZüri. Wer selber Teil von #sogahtsZüri sein möchte, kann unter vbz.ch/sogahtszueri mitmachen. 

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