Wenn am 3. April das Züri-Tram der Event-Linie mit einem komplett neuen Fahrzeug Kurs aufnimmt, darf einer nicht fehlen: Noah Steinbach, Restaurantfachmann bei der Kramer Gastronomie. Er kümmert sich nämlich um das Wohl der Gäste. Uns hat er etwas über die schönen Seiten und die Tücken der Arbeit in einem rollenden Restaurant erzählt.
Der stetige Wechsel von heiss zu kalt: Was in der Sauna erwünscht ist, kann im Alltag ganz schön am Körper zehren. Laut Noah Steinbach ist das die nennenswerteste Herausforderung bei seiner Arbeit im Fondue-Tram. Wann immer das rollende Restaurant hält, tragen er und das Team der Kramer Gastronomie nämlich schnurstracks den nächsten Gang aus der winterlichen Kälte hinein ins wohlig-warme Fahrzeug – hin und her, bis alle Portionen auf den Tischen stehen. Tatsächlich hat das bisherige Fondue-Tram, ein rustikaler Oldtimer, optisch ja schon ein bisschen Ähnlichkeit mit einer Sauna: Das gemütliche Holz, die eher etwas enge Verhältnisse. Dies sei denn auch die zweite Herausforderung: «Manchmal ragen Füsse und Beine in den Gehweg. Da müssen wir sehr aufmerksam sein», erzählt der Restaurantfachmann.
Vor nunmehr sechs Jahren hatte Steinbach seine Ausbildung im Zürcher Traditions-Gastrounternehmen begonnen (und natürlich längst abgeschlossen), zu dem auch das Lake Side und das Zunfthaus zur Zimmerleuten gehören. Er scheint damit eine Erfüllung gefunden zu haben, die ihm zuvor, als Gärtner und später als Metallbaudesigner, verwehrt blieb: «Ich bin einfach gern unter Leuten», erklärt er. Damit ist er in der neuen Event-Linie, wo die Geselligkeit zelebriert wird, ganz sicher am richtigen Platz.
Stimmung mit und ohne Lotto
Am schönsten, schwärmt der 25-Jährige, sei es zu beobachten, wieviel Freude die Gäste hätten – aber auch die Menschen draussen: «Menschen winken sich zu, von drinnen nach draussen und umgekehrt. Spätestens am Paradeplatz zücken viele Gäste auch die Fotoapparate», so Steinbach. Die Stimmung sei fröhlich, bei den geschlossenen Fahrten mitunter gar ausgelassen. Dort kennen sich die Gäste untereinander bereits: «Wenn der eine oder andere Kirsch zu viel mit im Spiel war, wird schon mal gesungen.» Auch sei es vorgekommen, dass jemand ein Lottospiel gezückt und die ganze Gästeschar Lotto gespielt habe. Ein Heidenspass für die Gäste, ein kritischer Moment für das Team der Kramer Gastronomie: «An oberster Stelle steht die Sicherheit der Gäste. Wir möchten uns nicht in Position bringen müssen, um potenziell Leute aufzufangen, die in heiterem Gemütszustand von Tisch zu Tisch laufen.»
Dennoch hat Steinbach selbst schon Lotto gespielt, wenn auch nicht im Tram: «Der Umgang zwischen dem Fahr- und Cateringpersonal ist sehr kollegial, mitunter nachgerade freundschaftlich. Einmal wurde ich zum Beispiel von einem Trampiloten eingeladen, an einem von ihm privat organisierten Lottoabend teilzunehmen.» Auch die Hilfsbereitschaft untereinander sei gross: «Die Trampiloten packen auch mit an, wenn es beispielsweise darum geht, den Tisch für die zweite Fahrt zu decken.»
Der City-Moment in Züri-Tram
Locker darf man sich die Arbeit in der neuen Event-Linie trotz alledem nicht vorstellen. «Der Zeitdruck ist gross, alles muss schnell gehen, vor allem bei den öffentlichen Fahrten» sagt Steinbach. Das gilt wohl besonders für das neue Bijou der Event-Linie, ein Tram 2000. Das Fahrzeug bietet rund doppelt so vielen Gästen Platz wie der bisherige Oldtimer, und insgesamt etwas mehr Beinfreiheit – bedeutet auch weniger Stolpergefahr für das Servicepersonal. Dafür habe das Catering-Unternehmen ein grösseres Auto beschaffen müssen, um die neue Menge an Menüs an den Ausgangspunkt liefern zu können. «Schon vorher blieb keine Zeit, um mit den Gästen ein Schwätzchen zu halten, daran wird sich auf jeden Fall nichts ändern», sagt der kontaktfreudige Profi.
Auch ohne Schwätzchen werden Steinbach Neuigkeiten zu Ohren kommen, wenn das Fahrzeug im April als «Züri-Tram» Fahrt aufnimmt: Und zwar dank den Episoden zur Stadt, die Züri-Kennerin Coco Petit und ihr Team während der Fahrt erzählen werden. Steinbach, der in England geboren wurde und bis vor seiner Zeit bei der Kramer Gastronomie im Tessin lebte, freut sich jetzt schon, mehr Details über seine neue Heimat zu erfahren. «Im Tessin war ich oft in der Natur und habe das sehr genossen», erklärt der vielseitige Servicefachmann. Jetzt aber sei sein «City-Moment»: «Ich koste das voll aus – manchmal zünde ich mir sogar eine Zigarre an und flaniere so durch die Bahnhofstrasse, meinen Lieblingsort», beschreibt er seine neu gefundene Liebe zum urbanen Raum. Und die ist gross, wie er uns zum Schluss verrät: «Ich finde Zürich viel schöner als Lugano. Das glaubt mir zwar niemand, aber für mich ist es einfach so.»
Die neue VBZ Event-Linie
Sie möchten Ihren eigenen City-Moment erleben? Steigen Sie bei uns ein und küren Sie während der Fahrt ihren Lieblingsspot. Das rollende Restaurant der VBZ, ein umgebautes Tram 2000 im Stil der 70er- und 80er-Jahre, bietet nebst der abwechslungsreichen Aussicht auch ein buntes kulinarisches Programm. Zum Beispiel das «Züri-Tram», in dem Ihnen nicht nur kulinarische Zürcher Spezialitäten, sondern auch spannende und unterhaltsame Anekdoten über unsere Stadt serviert werden. Aber sehen Sie am besten selbst: Alle Angebote der Event-Linie.